Ein Impuls der Kolpingsfamilie: 11.07.2021 Weisheitsgeschichten

Ein Tourist macht Station in einem Kloster. Er wird freundlich aufgenommen, und man bietet ihm eine Mönchszelle als Schlafquartier an. Darin stehen nur ein Bett und ein Stuhl. In der Tür fragt der Tourist erstaunt: „Und wo sind Ihre Möbel?“ – „Wo sind denn Ihre?“, erwidert der Mönch. Verwirrt antwortet der Tourist: „Ich bin ja nur auf der Durchreise.“ Der Bruder lächelt: „Wir auch.“

Foto: Kerstin_Wallmeyer_pfarrbriefservice

Heute Morgen wurde mir diese kleine Geschichte geschenkt. Ich bekomme an jedem Wochenende per Email den Wochenendletter „die andere Zeit“. Es wird von „andere-Zeiten“ herausgegeben, von den Adventskalender- und Fastenbegleiter-Macher/innen, die das ganze Jahre über anregende Impulse zum Innehalten für uns bereithalten.

Die Geschichte vom Touristen im Kloster ist solch eine kleine Weisheitsgeschichte, die mich aufhorchen lässt. Da werde ich aufmerksam auf das, was ich zum Leben brauche und spüre, was elementar für mich ist. Es geht ja nicht um die Anzahl meiner Möbelstücke in meiner Wohnung oder den überflüssigen Schnick-Schnack. Es geht vielmehr darum, die innere Mitte immer wieder zu spüren, es geht darum, das gerade Wichtigste zu sehen – die Aufgabe, die ich habe, den gesellschaftlichen Auftrag, der sich mir geradezu aufdrängt, der Blick auf die Wunden, die ich heilen könnte. – Darum geht es: Um die offenen Augen, um das sehende Herz – für die Menschen um mich herum, für die Themen der Gesellschaft und der Welt und für mich selbst.

Und nochmal ein Geschenk, das mir heute Morgen gemacht wurde von einem Pfarrer, der gestern aus Indien eingereist ist und den ich heute morgen fragte, wie es ihm nach den ersten 24 Stunden in Deutschland gehe. Er antwortete mit einem Kalenderblatt: „Enthusiasmus ist das schönste Wort der Erde.“ Christian Morgenstern hat das gesagt.

In diesem Sinn einen schönen Sonntag und eine gute Woche.